Zementestrich

Zementestrich ist die Form des Estrichs, die am häufigsten verwendet wird. Der Grund dafür, dass der Zementestrich so oft verwendet wird, liegt darin, dass er sehr universell eingesetzt werden kann, was bei vielen anderen Sorten Estrich nicht der Fall ist.

Zementestrich hat sehr gute Festigkeitswerte. Außerdem ist er kaum empfindlich, was Feuchtigkeit angeht. Daher kann er sowohl im Innenbereich als auch im Außenbereich verwendet werden. Der einzige Nachteil beim Zementestrich ist, dass man etwa 20 bis 30 Tage warten muss, bis er komplett ausgehärtet ist und man den Bodenbelag aufbringen kann.

Die Bestandteile vom Zementestrich sind Wasser, Sand und Normzement. Außerdem kann auch noch ein Hartstoffzuschlag hinzu kommen, wenn dies erforderlich sein sollte. Nach der Din werden Zementestriche in acht verschiedene Festigkeitsklassen unterteilt. Diese geben genau an, mit wie viel Gewicht der Estrich belastet werden kann, was für den Bau natürlich wichtig zu wissen ist. Im Wohnungsbau wird z. B. für einen schwimmenden Estrich oftmals der ZE20 verwendet.

Schwimmender Estrich

Der schwimmende Estrich ist auch unter dem Namen Estrich auf Dämmschicht bekannt. Er wird auf einer Dämmschicht eingebaut und hat keinerlei direkte Verbindung zu angrenzenden Wänden oder Bauteilen. Daher hat er auch seinen Namen, denn er schwimmt sozusagen auf dem Boden. Der schwimmende Estrich muss sowohl den Anforderungen des Schallschutzes als auch des Wärmeschutzes gerecht werden. Insbesondere hat er auch die Aufgabe, die Trittschaldämmung zu verbessern.

Verwendet werden können als schwimmender Estrich generell alle Arten von Estrich, besonders häufig wird hierzu allerdings der Zementestrich eingesetzt. Der Dämmstoff unter dem schwimmenden Estrich kann sowohl aus einer Lage als auch aus mehreren bestehen, je nachdem, wie dick er ist. Meist werden hierfür pflanzliche oder mineralische Fasern verwendet. Aber auch Schaumkunststoffe kommen recht oft als Dämmschicht für den schwimmenden Estrich zum Einsatz.

Wie dick die Schicht beim schwimmenden Estrich sein muss, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wichtig ist hier, wie dick die Dämmschicht ist, aber auch, welche Art von Estrich verwendet wird und welcher Belag auf dem Estrich aufgebracht werden soll.

Der Aufbau bei einem schwimmenden Estrich sieht wie folgt aus: Auf den tragenden Untergrund wird die Dämmschicht aufgelegt. Meist kommt über diese noch eine Abdeckung, wofür oftmals Bitumenpapier verwendet wird. Hierauf wird dann der Estrich verlegt. Zwischen die Wand und den Estrich kommt ein Dämmstreifen, damit der Estrich nicht in direkter Verbindung mit der Wand steht.

Heizestrich

Beim Heizestrich handelt es sich um einen schwimmenden Estrich, der zum einen Heizelemente für die Raumbeheizung aufnimmt, zum anderen aber auch der Speicherung von Wärme dient. Je nachdem, wo die Heizelemente im Estrich liegen, wird zwischen drei verschiedenen Bauarten unterschieden, die mit den Buchstaben A bis C versehen sind.

Bei der Bauart A befinden sich die Heizelemente innerhalb der Estrichschicht. Sie liegen dann über der profilierten Dämmschicht.

Bei der Bauart B hingegen liegen die Heizelemente innerhalb der profilierten Dämmschicht und damit unterhalb des Estrichs.

Die letzte Variante ist die Bauart C. Hier befinden sich die Heizelemente innerhalb einer separaten Ausgleichsschicht, die man nur bei dieser Bauart finden kann.

Grundsätzlich ist es so, dass der Heizestrich den Anforderungen genügen muss, die für einen schwimmenden Estrich gelten. Die Dicke der Schicht richtet sich dabei jeweils nach der Bauart. Allerdings müssen mindestens 45 mm über den Heizelementen zu finden sein. Die Bezeichnung für Heizestrich endet immer mit dem Zusatz H, an dem man erkennen kann, dass es sich um einen Heizestrich handelt.

Fließestrich

Fließestrich ist ein Estrich, der vor allem deshalb sehr gerne verwendet wird, weil er sehr einfach zu verbauen ist. Außerdem hat er aber auch eine selbstnivellierende Oberfläche, was eine echte Hilfe beim Verlegen des Estrichs sein kann. Fließestrich ist in der Regel ganz einfacher Trockenmörtel, der im Werk angemischt wird. Dieser wird dann mit Wasser vermischt und über Pumpen an die Einbaustelle gebracht.

Verlegt werden kann Fließestrich ohne große körperliche Anstrengungen, denn weil er sich selbst glättet, muss er nicht mehr abgezogen werden. Verwendet werden können als Fließestrich ganz verschiedene Sorten von Estrich, unter anderem auch der ganz normale Zementestrich. In der Regel kann man Fließestriche nach zwei Tagen schon begehen, nach fünf Tagen kann er belastet werden. Generell muss aber darauf geachtet werden, dass eine ausreichend lange Zeit zum Austrocknen gegeben ist.

Verbundestrich

Verbundestrich ist eine besondere Bauform des Estrichs. Dieser wird im Verbund mit einem tragenden Untergrund hergestellt. Er kann direkt als Fußboden verwendet werden, was vor allem bei Kellern oder Abstellräumen häufig der Fall ist. Zusätzlich kann man den Verbundestrich aber auch mit einer Beschichtung oder einem Belag versehen werden, wenn man dies möchte.

Um einen Verbundestrich herzustellen, eignen sich alle Estrich.Arten. Die Dicke der Schicht hängt hierbei davon ab, wie der Boden genutzt werden soll, welcher Estrich verwendet wurde und wie die Korngröße des Zuschlages ist. Bezeichnet wird der Verbundestrich nach seiner Festigkeit und der Härteklasse, außerdem auch anhand der Bindemittel, die zugefügt wurden.

Vom Aufbau her sieht ein Verbundestrich so aus, dass zwischen der Wand und dem Estrich ein Trennstreifen eingebracht werden muss. Der Estrich selbst wird direkt auf den tragenden Untergrund aufgebracht, wobei dieser unter Umständen entsprechend vorbehandelt werden muss, je nachdem, aus was er besteht und welche Eigenschaften er hat.

Wichtig ist beim Verbundestrich, die Art des Estrichs genau und bewusst auszusuchen, damit man auch wirklich auf Dauer mit dem Estrich zufrieden sein kann.

Estrich auf Trennlage

Der Estrich auf Trennlage ist eine besondere Form des Estrichs. In den meisten Fällen ist es so, dass der Estrich direkt auf den tragenden Untergrund darunter aufgetragen wird und so ein guter Halt entsteht. Hat man hingegen einen Estrich auf Trennlage, gibt es keine direkte Verbindung zwischen dem tragenden Untergrund und dem Estrich an sich.

Estrich auf Trennlage kann sich also auf seiner Trennschicht mehr oder minder bewegen. Das setzt allerdings einen absolut glatten Untergrund voraus. Verändert sich der Untergrund durch Kriechen oder Schwinden, dann rutscht oftmals auch die Trennlage, wodurch der Estrich sich nicht mehr bewegen kann. Im schlimmsten Fall klemmt er sich dann ein und kann sogar reißen, was man nur bedingt vermeiden kann.

Häufig verwendet wird der Estrich auf Trennlage zum Beispiel bei einem Wärmeestrich. Hier kommt von unten gesehen zunächst der tragende Boden. Auf diesem liegt die Dämmschicht mit den Heizelementen auf. Dann kommt die Trennschicht, auf diese wiederum der Estrich und dann erst der Bodenbelag.

Heute verwendet man allerdings den Estrich auf Trennlage nur selten und nur noch dann, wenn es wirklich sinnvoll ist, um ein Reißen des Estrichs so weit es geht zu vermeiden.

Sicht-Estrich

Sicht-Estrich ist im Grunde genommen ganz ähnlich wie Sichtbeton. Es handelt sich hierbei um einen Estrich, der auf dem Boden verlegt wird, über den aber später kein Belag kommen soll. Stattdessen bildet der Estrich an sich den Bodenbelag und ist später somit auch komplett sichtbar.

Als Sicht-Estrich eignen sich verschiedene Arten von Estrich, die die entsprechenden Eigenschaften mitbringen, welche hier von Belang sind. Stabilität und eine geringe Empfindlichkeit gegen Feuchtigkeit sind hierbei besonders wichtige Punkte.

Oftmals wird der Sicht-Estrich nach dem Verlegen und Austrocknen noch geschliffen oder poliert, um ihm eine edlere Optik zu verleihen. Zudem gibt es aber auch die Möglichkeit, ihn durch Beschichtungen oder Lasuren zu veredeln und optisch aufzuwerten.

Viele kennen den Sicht-Estrich sicherlich aus Kellerräumen, in denen es oftmals vorkommt, dass der Estrich als Fußboden belassen wird und keinen zusätzlichen Belag bekommt. Richtiger Sicht-Estrich in Wohnräumen ist ganz ähnlich, unterscheidet sich aber, was die Optik angeht, enorm.

Wichtig ist hier, dass beim Verlegen sauber gearbeitet wird, denn Lücken, Rillen und Co. wären ansonsten am Ende deutlich zu sehen, da sie nicht durch einen zusätzlichen Belag verdeckt werden, wie das bei einem klassischen Estrich der Fall ist.

Kunstharzestrich

Kunstharzestrich ist eine besondere Form des Estrichs, bei der als Bindemittel Kunstharz verwendet wird. Besonders häufig kommt hierbei das so genannte Epoxitharz zum Einsatz. Hinzu kommen an Bestandteilen außerdem auch noch Gesteinskörnungen wie Quarz und eventuell weitere Zusatzstoffe, mit denen man die Eigenschaften des Estrichs verändern und verbessern kann. Besonders oft handelt es sich bei diesen Zusätzen um Mittel, mit denen man die elektrische Leitfähigkeit und derlei mehr erhöhen kann.

Verwendet wird der Kunstharzestrich vor allem im Industriebau, denn hier werden besondere Ansprüche an den Estrich gestellt, die man mit diesem besonderen Estrich erfüllen kann. So hat er zum Beispiel eine hohe Druckfestigkeit und einen sehr geringen Abrieb. Zudem ist Kunstharzestrich besonders beständig gegen Chemikalien.

Daher eignet sich dieser Estrich auch wunderbar für Böden, die viel belastet werden oder für Maschinenfundamente, auf denen ein sehr hoher Druck lastet, der vom Estrich dauerhaft getragen werden muss.

Ausgleich- oder Leichtestrich

Leichtestrich zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er eine sehr geringe Trockenrohdichte besitzt. Verwendet wird er meist, um Unebenheiten des tragenden Untergrunds auszugleichen. Deshalb ist er oftmals auch unter dem Namen Ausgleichestrich bekannt. Zudem verwendet man den Leichtestrich auch sehr gerne, um Lücken zwischen Rohren zu füllen oder um eine bestimmte Höhenlage zu erreichen.

Verwendet man den Leichtestrich, dann ist es oftmals so, dass später noch ein anderer Estrich aufgebracht werden soll. Ist dies der Fall, muss man auf jeden Fall darauf achten, dass der Leichtestrich ausreichend trocknen konnte. Bis der Leichtestrich ausreichend trocken ist, dauert es je nach Dicke der Schicht und der genauen Zusammensetzung, aber auch je nach Bauklima verschieden lange. Meistens ist es aber sinnvoll, eine Zeitspanne von etwa 14 Tagen einzuplanen.

Leichtestrich wird auf dem Bau sehr oft verwendet und ist eigentlich recht einfach zu handhaben. Meistens verwendet man hier fertige Mischungen aus dem Handel, die nur noch mit Wasser angemischt werden müssen. Einige handhaben es aber auch lieber so, dass sie ihren Leichtestrich selbst anmischen.

Industrie-Estrich

Bei Industrie-Estrich handelt es sich um besondere Arten von Estrich, die für die Anwendung in der Industrie geeignet sind. Damit dies der Fall ist, müssen die Estrich-Sorten bestimmte Eigenschaften haben, welche in der Industrie von Bedeutung sind. Insbesondere eine hohe Druckfestigkeit ist hier meistens enorm wichtig, zumal es in der Industrie oftmals vorkommt, dass schwere Maschinen vom Estrich getragen werden müssen.

Außerdem sollte Industrie-Estrich aber auch einen sehr geringen Abrieb haben, damit er möglichst lange haltbar ist. Zudem ist es besonders hilfreich, wenn dieser Estrich Chemikalien gut verträgt und auch noch andere positive Eigenschaften hat, die man durch den Zusatz verschiedener Stoffe im Estrich erreichen kann.

Sehr oft wird heute als Industrie-Estrich der Kunstharzestrich verwendet, der diesen besonderen Anforderungen gerecht werden kann. Es gibt aber durchaus auch noch einige andere Sorten, die man durch Zusatz von verschiedenen Stoffen so bearbeiten kann, dass sie die erforderlichen Eigenschaften mitbringen. Industrie-Estrich sollte generell komplett ausgehärtet sein, ehe er belastet wird, da auch dies wichtig für die Qualität des Estrichs ist.

Beton- und Estrich-Flügelglättarbeiten

Wenn man möchte, dass Beton und Estrich eine glatte Oberfläche haben, was häufig der Fall ist, dann müssen diese Materialien oftmals geglättet werden. Einige Estriche sind hierbei selbst nivellierend, was bedeutet, dass sie sich selbst glätten und es nicht erforderlich ist, sie später abzuziehen. Ist dies allerdings nicht der Fall, gibt es verschiedene Methoden, wie man Beton oder Estrich glätten kann.

Sehr verbreitet ist dabei das Flügelglätten, welches seinen Namen von dem Werkzeug hat, das hierzu verwendet wird. Es handelt sich hierbei um eine Art Eisenschaber, der von seinem Aussehen her an Flügel erinnert um den Beton oder den Estrich glatt zu Glätten.

Estrich-Sanierung

Mit den Jahren kann es durch dauerhafte Belastungen, Feuchtigkeit und verschiedene andere Faktoren durchaus vorkommen, dass Estrich Risse oder Löcher bekommt oder einfach nicht mehr ausreichend tragfest ist. Dann kann es passieren, dass eine Estrich-Sanierung erforderlich wird.

Wie genau diese aussehen muss, hängt zum einen von der Art des Estrichs ab und zum anderen davon, in welcher Art von Gebäude er sich befindet. In einigen Fällen kann man Fehler im Estrich sanieren, indem man Lücken auffüllt oder eine weitere dünne Schicht Estrich verlegt, die die Mängel ausgleichen kann.

Häufig ist es aber auch so, dass im Rahmen der Estrich-Sanierung der alte Estrich herausgebrochen werden muss und man ihn dann durch neuen Estrich ersetzen muss, wobei natürlich wesentlich mehr Aufwand entsteht, als würde man den alten Estrich ausbessern können. Eine Estrich-Sanierung ist generell eine Arbeit, die man einem Fachmann überlassen sollte, denn als Laie kann man kaum entscheiden, welche Maßnahmen hier richtig und sinnvoll sind. Außerdem können einem bei der Estrich-Sanierung auch einige schwer wiegende Fehler unterlaufen, die man besser nicht machen sollte.